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Stunts, Glamour und Romance

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Montag, 20. September 2021 Kultur
Gustav Mahlers 5. Sinfonie im Philharmoniekonzert
Von Alexander Keuk
 
Von den ersten fein intonierten Trompetennoten an entfaltete der Trauermarsch eher eine irdische Melancholie, vertrauensvoll geleitet von dem russischen Gastdirigenten Stanislav Kochanovsky. Was Mahler an Dramatik im 2. und 3. Satz anbietet, zeichnete Kochanovsky mit großer Energie nach und motivierte die Philharmoniker zu Höhenflügen in vorwärtstreibenden Passagen.
Im 2. Satz betörte die Cellogruppe, später stürzte das ganze Orchester regelrecht in den letzten Höhepunkt und war dabei auch noch homogen auf den Punkt.
Im Adagietto, dem berühmten langsamen Satz der Sinfonie, wurde gesungen und aufeinander gehört – Kochanovsky erreichte vor allem im Übergang zur Wiederholung des Themas einen zauberhaften Moment und sanften Ruhepunkt im gesamten Werk.
Sodann widmete man sich dem von Mahler mit Ausrufezeichen versehenen Ausklang, der Lichtmusik des 5. Satzes, deren fugato-Windungen von Kochanovsky mit niemals versiegender Energie angegangen wurden. Die mehrfach anlaufende Schlusssteigerung versah er mit gutem Timing, sodass am Ende nicht nur der einhellige Jubel in der Partitur, sondern auch im Publikum stand.
Eine tolle, klangstarke und für Kommendes Mut machende Aufführung!